Pino de Austria: Austrian Club in Las Terrenas, Dominikanische Republik.
Header image Pino_parrot_logo  
 
   Home > Privat - Der Unfall change language
Pino de Austria, Dominikanische Republik.  
 

Der Unfall

Leider hatte ich hier in der Dom. Rep am 14.12.1999 einen schweren Motorradunfall. So scheiße auch der Unfall war (Abschürfungen, Schleimbeutelverletzungen, ausgekegelte Schulter, Schädelhirntrauma mit 5 Tagen Koma, 4 Wochen Gedächtnisverlust, 1 gebrochener Lendenwirbel und 1 gebrochener Halswirbel), bin ich doch froh, selbst über den Kapitalsturz berichten zu können. Wie alles passierte: Nach einem Besuch im Internetcafe hatten Andi und ich mit 2 Motorrädern die Heimreise angetreten. Flo war bei mir Beifahrer und so fuhren wir vermutlich zu schnell nach Hause. Kurz vor dem Daheim habe ich wohl die Herrschaft über das Motorrad verloren; ein aufgeschütteter Erdhügel brachte das Motorrad zum Stillstand. Nach dem Motto "nur fliegen ist schöner" haben Flo und ich die Weiterreise dann fliegend angetreten. In der Luft war alles noch im grünen Bereich, jedoch nach 15 - 20 Metern hatten wir so unsere Probleme beim Landen. Flo hat sich nach ein paar Wochen Prellungsschäden Gott sei Dank wieder erholt. Es wäre nicht auszudenken, was es für einen psychischen Knacks mit sich bringt, wenn man sich diesbezüglich auch noch Vorwürfe machen muss! Ich glaube heute, dass Flo einfach besser fliegen kann. Andi, der Live dabei war, verging vorerst mal das Lachen. Über seinen eingeschlafenen Gesichtsausdruck wurde mir erst viel später berichtet, heute witzeln wir zusammen schon wieder darüber. Röbi, der Schweizer, dessen Motto lautet "immer zur Stelle, wenn Not am Mann ist!", machte seinem Wahlspruch alle Ehre. Da er zur Zeit des Crashs da war und nicht nur sein Engagement im Zeitraum meiner totalen Finsternis in Beweis stellte, organisierte alle Transporte vom und zum Krankenhaus. Er betreute mich auch selbst in einer fremden Stadt. Er ist auch heute tatkräftig zur Stelle, wenn immer Not am Mann ist. Der Abtransport stellte sich als kompliziert heraus. Nachdem der Rettungswagen, sowie unser Hausarzt Dr. Polanco nicht erreichbar waren, nahm Dr. Rodriguez die Erstversorgung vor. Ich wurde mittels einem Taxi (Minibus) vorerst nach Nagua gebracht, wo mir, um den auftretenden Gehirndruck unter Kontrolle zu halten, eine Gehirnflüssigkeits- - Überproduktionsspritze verabreicht. Anschließend wurde meine vom Kopf abgeschälte Haut gereinigt und wieder an ihrem Platz angenäht. Nachdem ich dann von 4 kräftigen Personen über eine Stiege in den ersten Stock in ein Krankenzimmer transportiert wurde, musste man mich 2 Stunden später wieder über dieselbe Stiege zurück nach unten in einen Krankenwagen bringen, da mein Zustand sich drastisch verschlechtert hatte. Da ich mich im komatösen Tiefschlaf befand, bekam ich Gott Lob selber nichts von der Prozedur mit. Bine, (meine Frau) die mich rund um die Uhr betreute, informierte zu diesem Zeitpunkt Federico, unseren Freund und Rechtsanwalt, über den Unfall. Der Weitertransport mit einem Rettungswagen nach San Francisco de Macoris verlief ruhig. Nach einem Aufenthalt von ein paar Stunden und einem CD - Röntgen ließ mich Federico J. Alvarez mit einem Rettungswagen nach Santiago de Caballeros in die Klinik Corumina bringen. Hier wurde ich von seinem Bruder, dem Oberarzt in dieser Klinik, auf der Intensivstation betreut. Bine und allen anderen wurde der Zutritt zu dieser Station strikt verweigert. Sie fuhr nach Hause, wo sie von Patrick, Janine, unseren beiden Kindern, und Gegge (Gostner Gregor) heiß erwartet wurde. Ich glaube Gegge hat durch die Betreuung der beiden kleinen Racker seine ersten grauen Haare bekommen. Er ist einer der 3 Besitzer des Internetcafes (Gegge, Andi & Flo)und hat Bine das Versprechen gegeben, trotzdem in meiner Abwesenheit auf die Verwaltung unserer Ferienanlage zu achten. Es war nicht abzusehen, dass das solange (ca. 3 Monate) dauern würde. Aber er bewies Standfestigkeit und machte nicht nur alles zu meiner besten Zufriedenheit, sondern eben auch länger als geplant. Dass nicht alles so glatt ging, wurde mir erst nach und nach durch die Erzählungen klar. Die Krankentransporte verliefen recht spektakulär, da meine Atmung ständig aussetzte. Andi, Dr. Rodriguez und meine Frau Bine hatten alle Mühe, mich immer wieder zum Atmen zu bringen. Auch die Aufenthalte in den Krankenhäusern verliefen nicht wie gewohnt. Zum einen, weil ich immer wieder versucht habe aufzustehen (mich meine Beine aber nicht tragen wollten) und zum anderen, weil ich mich mir auch immer mehr oder weniger gewaltsam meiner Schläuche in Mund, Nase und den Infusionsnadeln in meinen Armen entledigte. Das hatte zur Folge, dass man mir eine Subklavio (Infusionseingang) gleich unterm Hals legte und den dann aber 4 x wieder annähen mussten. Nachdem Bine nach ca. 2 Wochen meine Freilassung (Entlassung vom Krankenhaus in Santiago) bewirkte, wurde ich von Röbi mit Kuhns Auto abgeholt und in meinen Austrian Club DomRep gebracht, wo ich in Zimmi's Bungalow von den Jungs (Gegge, Andi, Flo) und Bine mühevoll aufgepäppelt wurde. Nachdem sie mir das selbstständige Gehen und Scheißen wieder gelernt hatten, konnte ich mit Hilfe von Arno Sillaber, der mir Handläufe in meine Behausung montiert hatte, in meinen 3-stöckigen Bau umziehen. Flo, von Beruf eigentlich Dipl. Krankenpfleger, hatte mir die Schmerz - und Schlafmittel verabreicht, die angeblich für Bullen und Elefanten tauglich sein sollten, bei mir aber nicht die erforderte Wirkung zeigten. Dr. Gerhard Kienpointner hatte sie ihm zukommen lassen. Dass mir Gegge 18 mal den Film "Godzilla" in den Video geschoben hat, weiß ich nicht mehr. Ich entsinne mich auch nicht, ihn jeh überhaupt einmal gesehen zu haben. All das ist mir nicht bewusst, aber meine Reaktionen gegenüber Evi, Tina, Bine, Andi und Flo, bezogen auf den Film, sind heftig, Gegge hat (so glaube ich) sogar eine Saurier-Phobie davongetragen. Bine hat dann den Flug nach Österreich organisiert, wo wir von den Ärzten schon erwartet wurden. Ein Arzttermin jagte den anderen. So viele Röntgenaufnahmen und Magnetresonanztomographie Fotos wie ich jetzt von mir besitze, hat maximal Claudia Schiffer von sich als Modefotos mit einer "normalen" Kamera. Nun gut; das alles hätte ich mir nicht leisten können, wenn mir da nicht meine Familie finanzkräftig und mit absolutem persönlichem Engagement, zur Seite gestanden wäre. Dass mir das auch, bezüglich einiger "Freunde", die Augen geöffnet hat, ist eine kleine, aber nicht unüberwindbare Hürde. Aussprüche wie: "Pino wird nie wieder in die DomRep. Fahren" (zu einem Zeitpunkt, wo ich noch nicht einmal wusste dass ich nach Österreich fliege) oder "wenn sich jemand beim Zahnarzt eine Brücke in seinen Mund machen lässt, interessiert es auch keinen Menschen", oder "Pino könnte schon lange tot sein und du hast alles verkauft und dich nach Mexiko mit den Kindern abgesetzt", oder "wie komme ich zu meinem Geld das Bine für Deinen Unfall ausgegeben hat", oder, oder , oder ..... Auf jeden Fall wäre ich nicht mehr hier (und meine Nachkommen müssten den Grabstein aussuchen), wenn ich nicht die unzähligen Freunde gehabt hätte, die mich (koste es was es wolle) über den Damm gebracht hätten. Auch wenn ihr schon einen Kasten voll Dankeschöns zuhause habt, von mir nochmals einen herzlichen Dank, und ich vergesse euch nicht.


Die Liste der Leute, die mir in den schweren Stunden zur Seite standen !

Abbas Astrid
Tauchlehrerin bei Aquadive
Alsinio
Taxichauffeur
Angerer Andrea
Beamtin im Finanzamt
Appel Bernd Christina
Hotelier Barbesitzer in Las Terrenas "Bar Bacoa Fabulosa"
Bacher Roman
Rechtsanwalt in Tirol
Bichler Robert
Beamter im Arbeitsamt
Büssemayr Ernst
Partner in der Dom. Rep.
Büssemayr Eveline
Partner in der Dom. Rep.
Clinica Corumina Crew
Top Crew in der Dom. Rep.
Dr.Alvarez J. Federico
Notar & Rechtsanwalt von Santiago Dom. Rep.
Dr.Alvarez Jose de Jesus
Chirurg in der Dom. Rep. Klinik Corumina
Dr.Canal Christoph
Privat Arzt in Piraklinik Innsbruck
Dr.Haffner Michael
unser Hausarzt in Österreich
Dr.Kienpointner Gerhard
Cousin & Oberarzt in Kufstein
Dr.Marosi
Oberarzt in Hochzirl - Tirol
Dr.Oscar Lopez Camacho
Neurologe in der Dom. Rep. Klinik Corumina
Dr.Polanco
Arzt der Famillie in Las Terrenas Dom. Rep.
Dr.Rodriguez
Arzt in Las Terrenas Dom. Rep.
Dr.Saltuari
Stationschef im K-H-Hochzirl - Tirol
Dudli Daniela & Urs
Barbesitzer Las Terrenas Dom. Rep.
Eiterer Manni
Gründungsmitglied des CDR & Bänker in Tirol
Freiwillige Feuerwehr
Kumpels von Hall halfen mir in meiner grössten Not
Frühauf Ulf
Elektriker vor Ort Dom. Rep.
Gostner Gregor
Internet Keffee Partner & Schauspieler
Hager Sabine
Freundin von Erik & ORF Mitarbeiterin
Hoch-Zirl Crew
Top Crew in Tirol
Hörtnagl Gerhard
Barbesitzer von La Coppa & Cabana in Tirol
Kanesh und Corina
Hotelier in Las Terrenas Hotel Kanesh
Kienpointner Bine
Frau von Pino
Kienpointner Christian
Bruder
Kienpointner Erich
Vater
Kienpointner Lotte
Mutter
Kienpointner Maria
Schwägerin
Kienpointner Tina
Schwester

Tourguide
Kobler Hermann
Businessman in Las Terrenas
Krämer Gisela Uwe
Dauergast von uns
Krämer Karsten
Hotelier & Baulöwe in Peru
Kuhn Gert
Dauergast von uns
Kuprian Astrid
Diplomkrankenschwester Uni-Klinik Innsbruck
Looser Bea
Freundin von Röbi
Espaillat Luis
Freund der Fam. Alvarez
Madelin
Dauergast von uns
Marenbach Frank
Reiseleiter Las Terrenas Dom. Rep.
Meisnitzer Alexandra
Therapeutin in Hochzierl
Melmer Reimi & Michi
Ex-Chef von Pino in der Psychiatrie Hall
Mike
Besitzer vom CCL Las Terrenas
Müller Peter & Judith
Hotelier In Las Terrenas Hotel Coyamar
Nausch Oskar
Zigarren-Papst in der Dom. Rep.
Norberto
Taxiunternehmer
Orsini Jose Oscar
Chef der Stromgesellschaft & Gouverneur von Samana
Patrizia
Beste Barfrau in Las Terrenas
Preu Hans
Partner in der Dom. Rep.
Prystasz Gerade & Veronique
Hotelier vom Atlantis & Ex Chef Koch von Mitterand
Reto
Hotelier in Las Terrenas Hotel Acaya
Röbi
Allround Genie
Rohringer Christian
Schmuckhändler
Saringer Gogo
Partner in der Dom. Rep.
Schaffler Andi
Internet Kaffee Partner
Schnöller Ma & Pa
Pa & Ma von Bine
Schussmann Manuela
Ansässige in Las Terrenas Dom. Rep.
Scooter
Unternehmer in der Dom. Rep.
Sillaber Arno
Freund von Tina & Inhaber einer Malerei in Tirol
Silvie
Direktorin der französichen Schule Las Terrenas
Sokolovsky Alfred
Besitzer vom CCL Las Terrenas
Threbank Jens
Installateur vor Ort
Trebuch Hannes
Businessman in Las Terrenas
Unfricht Silvia
Hoteliere Hotel Casa Grande
Vasquez Felix
Präsident der Punte Bonita Assosiasion
Walser Ela & Maggo
Liehen uns das Auto Heil zurück
Walter Marco
Ex Partner in Österreich & Partner in der Dom. Rep.
Wieser Flo
Internet Kaffee Partner
Woody Thomas
Ex Motorradrennfahrer
Zacharias Ina
Hoteliere Hotel Casa Grande
Zeitsch Lydia
Therapeutin
Zimmermann Evi
Schwester
Zimmermann Peter
Partner in der Dom. Rep.
Zumbühl Luis
Besitzer vom Sun Shine Service in Las Terrenas


2 Jahre danach

Zwei Jahre danach hab ich wieder mal das Bedürfnis mich mitzuteilen und über den Ausrutscher mit meinem Topf am 14.12.99 ein Resuemee abzugeben. Sollte das Sprichwort stimmen, dass man für alle seine Sünden bezahlt, so steht mir das Schlimmste ja noch bevor. Spaß! Na ja. Auf jeden Fall habe ich mit sehr vielen Leuten geredet, zumindest sie mit mir, da der Redefluss sehr langsam wiederkehrt. Es waren jedenfalls auch Freunde dabei, die mir schön die Leviten gelesen haben, wie z.B., dass ich überheblich geworden bin, sehr zuwider zu Bine, Patrick und Janine (Frau und Kinder) war. Somit hat der Unfall recht gut ins Konzept gepasst, da ja angeblich kleine Schläge auf den Hinterkopf das Denkvermögen erhöhen. Demnach müsste ich ja ein Genie sein, da dieser Schlag wirklich nicht klein war. Mir wurden jedenfalls die Augen geöffnet, was wahre Freundschaft und Familienzusammenhang bedeutet. Dass mich der Unfall über eine halbe Million Schilling kostete, die ich nicht hatte, mir aber zum Grossteil Familie und Freunde unter die Arme griffen und nach wie vor hinter mir stehen, kann ich leider nur mit Engagement, Einsatz, Ehrgeiz, langsam ganz langsam abgelten, da es am nötigen Kleingeld hapert. Tüchtige Geschäftspartner (auf Geldgier bezogen ) taten ihr übriges, demzufolge konnte ich die Privatschule meiner Kids hier in der Dom.Rep. nicht mehr bezahlen und es wurde viel herumgerätselt. Was tun? Wir sind dann zu dem Schluss gekommen, dass wir die Kids ausfliegen, um ihnen eine europäische Schulausbildung zukommen zu lassen, wobei mir der Österreichische Sozialstaat sehr hilfreich ist. Wie sehr einem das Gemeckere seiner Frau und das Geschrei seiner Kinder fehlt, merkt man erst, wenn man es nicht hat. Für all diejenigen, denen jetzt die Tränen in den Augen stehen: Meinen Kindern gefällt es gut, sie gehen gerne zur Schule, was ich überhaupt nicht verstehe und meine Bine macht Arbeits-Urlaub von mir im Luxus Land. Diese Schlüsse wurden erst gezogen, nachdem mir meine Versicherung 800 000.- Schilling abstritt. Natürlich habe ich bei allem selber Schuld, wenn man es österreichisch buerokratisch sieht. Aber kann es angehen, dass man schon zum Scheißen einen Anwalt braucht, der einem berechnet, wie lang das Toilettenpapier sein darf, wie hoch der Wasserverbrauch? Vom Zeitfaktor ganz zu schweigen. Dass man für Maasband, Messbecher und Stoppuhr selbst aufkommen muss, versteht sich von selbst. Na gut. Wieder zurück zu mir. Immerhin war's ja mein Unfall. Meine verbliebenen Tiefschläge, wie z.B. der Redefluss, macht mir nach wie vor Kopfzerbrechen (kann so ein Sturschädel überhaupt noch brechen), immerhin habe ich doch den Grossteil mit meiner verbalen Überzeugungskraft und positiven Einstellung geschafft, was wiederrum auf den Redefluss zurueckzufuehren ist. Die Anschauungspunkte, was Lebensphilosophie angeht, haben sich auch drastisch geändert. Ich kann mich gut erinnern, nicht nur einmal gesagt zu haben: Warum sparen? Man kann nichts mitnehmen, sollte man den Löffel abgeben, dass das eine noch gewichtigere Bedeutung hat, wenn man realisiert, dass man selbst schon mal dabei war, das Zeitliche zu segnen, ist verständlich. Vielleicht sehe ich den Zusammenhalt der Familie und Freunde auch drastischer. Aber egal wie viel Kilometer auch dazwischen liegen, ich bin mir dessen absolut bewusst, dass ihr in der beschissensten Zeit hinter mir gestanden seid. An dieser Stelle würde ich gerne einen Rat einbringen. Aufpassen vor Heuchlern, die gerne das Wort Freund in den Mund nehmen, um einen finanziellen Vorteil zu erzielen. Ich kann Euch ein Lied davon singen. Wer diese Arschlöcher sind, weiss, glaub ich mittlerweile, eh jeder. Das Geld, das Geschäftsdenken oder die Gewinngier sind keinen Pfifferling wert, wenn man wahre Freunde hat.


Euer Pino


Und jetzt noch einen kleine Geschichte zum Nachdenken:


Optimismus

Michael war so eine Art Typ, der Dich wirklich wahnsinnig machen konnte. Er war immer guter Laune und hatte immer was positives zu sagen. Wenn ihn jemand fragte, wie's ihm ginge, antwortete er: "Wenn's mir besser gehen würde, wäre ich zwei Mal vorhanden." Er war der geborene Optimist. Hatte einer seiner Angestellten mal einen schlechten Tag, meinte Michael zu ihm, er solle die positive Seite der Situation sehen. Seine Art machte mich wirklich derart neugierig,dass ich eines Tages auf ihn zuging und zu ihm sagte: "Das kann ich einfach nicht verstehen.Du kannst doch nicht ständig ein positiv denkender Mensch sein, wie machst Du denn das?" Michael entgegnete: "Wenn ich am Morgen aufwache, sage ich mir: "Du hast zwei Möglichkeiten. Du kannst wählen, ob Du guter oder schlechter Laune sein willst. Und ich will eben guter Laune sein. Jedes Mal, wenn etwas passiert, kann ich selbst wählen, ob ich der Leidtragende einer Situation sein oder ob ich etwas daraus lernen will. Jedes Mal, wenn jemand zu mir kommt, um sich zu beklagen, kann ich entweder sein Klagen akzeptieren oder ich kann auf die positive Seite des Lebens hinweisen. Ich habe die positive Seite gewählt." "Ja, gut, aber das ist nicht so einfach", war mein Einwand. "Doch, es ist einfach", meinte Michael, "das Leben besteht aus lauter Auswahlmöglichkeiten. Du entscheidest, wie Du auf gewisse Situationen reagieren willst. Du kannst wählen, wie die Leute deine Laune beeinflussen. Dein Motto ist: Du kannst darüber entscheiden, wie Du Dein leben führen willst." Ich dachte darüber nach, was Michael gesagt hatte. Kurze Zeit später verliess ich Tower Industry, um mich selbstständig zu machen. Wir verloren uns aus den Augen, aber ich dachte oft an ihn, wenn ich mich für das Leben entschied, statt darauf zu reagieren. Einige Jahre später erfuhr ich, dass Michael in einen schweren Unfall verwickelt war. Er stürzte etwa 18 m von einem Fernmeldeturm. Nach 18 Stunden im Operationssaal und Wochen intensiver Pflege, wurde Michael mit Metallstützen in seinem Rücken aus dem Krankenhaus entlassen. Als ich ihn fragte, wie es ihm ginge, erwiderte er: "Wenn es mir besser ginge, wäre ich zwei Mal vorhanden. Möchtest Du meine Operationsnarben sehen?" Ich verzichtete darauf, fragte ihn aber, was in ihm vorgegangen sei im Augenblick des Unfalls. "Nun das erste, was mir durch den Kopf ging war, ob es meiner Tochter, die bald darauf zur Welt kommen sollte, gut ginge. Als ich dann so am Boden lag, erinnerte ich mich, dass ich zwei Möglichkeiten hatte: Ich konnte wählen, ob ich leben oder sterben wollte." Hattest Du Angst? Hast Du das Bewusstsein verloren?" wollte ich wissen. Michael fuhr fort: "Die Sanitäter haben wirklich gute Arbeit geleistet. Sie hörten nicht auf, mir zu sagen, dass es mir gut ginge. Aber als sie mich in die Notaufnahme rollten, sah ich den Gesichtsausdruck der Aerzte und Schwestern, der sagte: 'Er ist ein toter Mann.' Und ich wusste, dass ich die Initiative ergreifen musste." "Was hast Du denn getan?" fragte ich ihn. "Nun, als mich so ein Ungetüm von Aufnahmeschwester mit lauter Stimme befragte und wissen wollte, ob ich auf irgendetwas allergisch sei, bejahte ich. Die Aerzte und Schwestern hielten inne und warteten auf meine Antwort. Ich atmete tief durch und brüllte zurück: 'Auf Schwerkraft!' Während das ganze Team lachte, erklärte ich ihm: ich entschied mich zu leben. Also operieren Sie mich, als wäre ich lebendig und nicht tot" Michael überlebte dank der Fähigkeit seiner Aerzte, aber auch wegen seiner bewundernswerten Einstellung. Von ihm lernte ich, dass wir jeden Tag die Wahl haben, in vollen Zügen zu leben. Die Einstellung ist schliesslich alles. Deshalb sorge Dich nicht um das, was morgen sein wird. Jeden Tag gibt es genug, um das man sich sorgen muss. Und das Heute ist das Morgen, über das Du Dir gestern Sorgen gemacht hast.

GENIESSE DAS LEBEN, DENN ES IST DAS EINZIGE, DAS DU WIRKLICH HAST.

 

kontakt pino